Keine Schallplatten (Hysterie um historische Hits)

geschrieben von epilog am 12. November 2009 um 16:22 abgelegt unter

Keine Schallplatten (Hysterie um historische Hits)

Vielleicht kann ich ja irgendetwas unternehmen gegen diese grausame Stille der Hilflosigkeit,
die so stark in mir verankert scheint,
tausende Kehlen versuchen gemeinsam zu schreien,
nur einmal gemeinsam zu sein.
So gerne würde ich Lieder darüber schreiben wie wir die Faust heben und gegen etwas ankämpfen, doch nehme ich mich dann selbst nicht mehr ernst,
kämpfe ich doch gegen nichts,
höchstens gegen mich und das Bild, dass ich nicht mehr ertragen kann
zerschlagt alle Spiegel,
ich will keine Erinnerung mehr
beginne so sehr zu zweifeln dass ich selbst am Zweifel zweifel
wie weit reicht Weite,
wenn das Nahe so fern scheint,
das Grab schon so nah scheint,
schon längst da ist.
inkognito und nicht in schwarze Mäntel gehüllt,
mit Sichel und Hut,
wie es immer beschrieben wird in euren Erzählungen
Die drei Punkte am Ende deuten das neue an….
Ich
will nichts wissen von den ganzen Lebensweisheiten, dem Glaube an sich selbst,
und irgendwann wird deine Zeit kommen.
An sich selbst glauben sollte man nie verlieren,
doch manchmal treffen selbst Sprichwörter den Nagel auf den Kopf,
denn Glauben ist Ansichtssache
Heute habe ich keine rosafarbene Brille auf und die Zeiten der Grünen sind auch schon länger Vergangenheit
Man verweilt nur auf der Stelle während die Zeiger der Uhren um die Erde kreisen,
während Kreise zu Mustern verschwimmen, bei Zeiten auch die Zeit scheinbar annullieren mit ihren sonderbaren Formen.
Den Formen der Schönheit die Wärme in einem Atemzug mit Zerstörung nennen,
mit toten zerfetzten Körpern und gebrochenen Träumen.
Mir fehlt mittlerweile das Mitgefühl,
jegliche Empathie scheint verschwunden,
distanziert wie Nachrichtensprecher,
selbst wenn es zerstörte Träume von Menschen waren die ich selbst mal in den Armen hielt.
Die Arme scheinen taub und blutleer.

Die Kehlen längst zertrennt rennt man gegen etwas an
dass man selbst nicht kennt
ich kenne mich selber nicht mehr kämpf
gegen etwas an
dass mich schon längst hat

im Alltag wird alles Große so klein
und Kleines so groß
das soll keine Weisheit sein
ich esse grundsätzlich nicht mit Löffeln
wir sind nicht mehr in der Lage
zu mehr in der Lage zu sein
warten so klein am Straßenrand
dass vielleicht doch jemand den ausgestreckten
Mittelfinger sieht und uns mit nimmt
wohin auch immer
denn Ziele sind was für Spießer
aber die haben wenigstens welche
tragen wenigstens lächelnd ihre Welt zu Grabe
während wir es wissend schaufeln
und uns dabei so schlecht fühlen
so schlecht fühlen
beim übergeben fühlt man sich lebendig
und merkt dass es taub doch schöner ist
schöner ist wenn man nichts merkt
man hat viel zu tun
und viel zu tun haben heißt
nie genug haben von der Ablenkung
denn ein Moment des Zögerns
zerschlägt die Jahre davor in
lächerliche Bruchteile
deiner eigenen Vergänglichkeit
deiner eigenen Dummheit im Trott des Vergessens
wie vermessen anderen die Welt zu erklären
ich will das nicht
stell mich nur an den Rand und beobachte mich selbst
und euch
betrunken bemalen wir unsere weißen Flaggen voll Zorn
mit ausgestreckten Fäusten
fühlen uns gut wenigstens noch über die Strenge schlagen zu können
wenigstens noch scheinbar lebendig zu sein
scheinbar atmen zu können
mit brummenden Schädel holt man eine neue weiße Flagge
aus dem extra dafür vorgesehen Schrank
und hängt sie wehend zu den Anderen
und legt sich vor den Fernseher

Wut ist kein gutes Gefühl, daher schein ich es mir abgewöhnt zu haben,
aus dem Schrank gestellt,
warten bis ich Festplatten in mein Regal stelle,
Festplatten voll an Gefühlen die ich einmal empfand,
voll an Gefühlen die ich hoffte einmal zu empfinden,
voll an Gefühlen die ich empfand, doch nicht daran glaubte.
Ich kaufe keine Schallplatten mehr


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