Kein Meer mehr
Schwarz
tiefes Schwarz legt sich in deinen Hals
alles ist ein letztes GerÀusch der surrenden Maschinen
ein letzter Seufzer
und ich bleib noch einen Moment liegen
grabe meinen Hinterkopf in den Sand
und nehme deine ganze Kraft mit
irgendwohin
es fĂŒhlt sich so weich an
es fĂŒhlt sich so weit an
weit ab weit mehr
weit seh ich auf das Meer hinaus
ein Blick ĂŒber tausend Herzen und Seelen in Sehnsuchtssalzen badend,
fĂŒr eine Sekunde des Atmens, am Meer
fĂŒr eine Sekunde des Atmens, am Meer
Tausend
TrÀnen Tausend seh ich ragen aus dem Bauch des Meeres
nackte Körper voll Blut und TrÀnen der stÀhlernen Langeweile
Perspektivteufel tanzen sie zu Grunde
sie stehen auf im Meer und kommen immer nÀher
ich liebe ihren Atem,
die Kraft der geballten Resignationswut
Pupillen wie Taschenlampen im Dunkel zu schreiendem Leben
sie stehen auf im Meer und beginnen zu leben
werden zu Wasser
das Salz des Meeres sind ihre TrÀnen
die Wellen die Vielfalt des Aufbruchs, den sie treiben
niemals endende, hypnotische Hektik der Ruhe im Aufruhr
und ich gehe einen Schritt hin zu ihnen,
ein Schritt zum Meer
und lass dich dort liegen
du kaust noch ein bisschen auf dem Sand in den letzten Momenten vor dem Ersticken,
kein Husten, kein Zucken,
so leise, so leise
und ich stehe hier am Meer wÀhrend der Sturm aufzieht
der Wind reist an meinen Haaren mit kratzigen FingernÀgeln
die Gischt spuckt mir TrÀnen auf die Lippen, lÀsst mich neue Sehnsucht schmecken.
Und ich stampfe meine nackten FĂŒĂe mit der ganzen Kraft
die noch vorhanden ist in den erkalteten, nassen Sand vor mir
ich seh die Hand von dir, so tot
ich breite meine Arme aus und versuche in dem Sturm zu fliegen,
so dunkel, so dunkel, wie es noch niemals zuvor war
es gibt die absolute Dunkelheit in diesem Sturm und keine Zeit danach
es gibt kein danach,
so stark reist er mich auf,
der Himmel schreit mich an,
reiĂt an mir,
nagt an mir,
und ich schwebe, ich fliege, ich fĂŒhle wieder
im dunklem Auge des Sturmes
aus eurem Meer
es gibt kein Meer mehr
Lass mir doch bitte nur diesen Moment bevor ich vergesse,
bevor ich vergesse, dass alles ein Traum ist, ich wieder aufwache
und sehe, dass es nur wir zwei sind,
so tot am Strand ohne Meer
