Limits of control

geschrieben von epilog am 7. Juli 2009 um 13:45 abgelegt unter Schönes

Gestern habe ich einen Film gesehen.
Einen der mich doch berührte, mehr als ich annahm.
Es passierte nichts, Stillleben leben aber eben doch. Und so schön. Für mich ein Kunstwerk. Für andere Langeweile. Der Dialog des gesamten Werkes so lang, dass er in einem gewöhnlichen Hollywoodstreifen wohl schon in den ersten 5 Minuten verbraten worden wäre, ohne dabei die Nuancen wahrzunehmen, die Wahrnehmung wird erst durch die Wiederholung geschärft. Meine jedenfalls. Wahrscheinlich mag ich auch deswegen immer noch Rapmusik am Liebsten.
„Two seperate cups of espresso“. Und dann einfach sitzen und schauen. Oder mal ins Museum gehen und schauen. Eben, der Unterschied ist klein, austauschbar, verschwimmt teilweise sogar tatsächlich. Und so soll das auch sein. Wie die Realität, austauschbar. „Use your imagination“.
Der erste Dialog sagt mir alles, was ich wissen muss.
Und dann dieser Schluss vor dem Schluss der so schön in der Realität abreißt, als gäbe es gar keine, die schwer bewachte Villa. Politiker treffen sich auch manchmal in ähnlichen. Nur noch schwerer bewacht.
„You people, with your art, your music, your boheme, your hallucinate drugs, your science…you totally lost contact to reality, you dont know what this world is about“ so oder so ähnlich sagt das der Herr zum stummen Hauptdarsteller, so oder so ähnlich hab ich das auch schon gefühlte tausendmal gehört.
„Reality is arbitrary“, das sollte die Antwort sein. Wir sollten sie austauschen. Imagination und so.
Jim Jamusch Film „Limits of control“ ist großartig, eine poetische Reise, eine wiedermal so radikale Neuinterpreation des hier Thrillers (??), der einen die Ruhe lässt Bilder und Worte wirklich zu interpretieren, wohl so, dass vielen vieles verborgen bleiben wird. Aber das macht mir nichts. Denn ich fand es schön. Die Ruhe, statt Prasselprügeln.
Wie das normal so geschieht. Berieselung, Eskapismus, blabla, alles schon gesagt. „Use your imagination“.


Facebook Twitter